10. September 2015 – Der jüdische Friedhof in Jemgum

Ein kleines Stückchen außerhalb von Jemgum liegt ein kleiner und alter jüdischer Friedhof. Dieter und ich haben ihn vor einigen Monaten entdeckt, nachdem wir schon etliche Male an ihm vorbeigefahren waren, ohne ihn zu sehen.

Es gibt dort keine Parkbucht, kein deutliches Hinweisschild, das man vom Auto aus lesen könnte, keine Hinweistafel – nichts. Lediglich ein völlig schief stehendes kleines Schild zeigt an, dass man über ein schmales und wackeliges Brückchen mit teilweise losen Holzlatten zum Friedhof kommt.

Wir erheben (etwas übertrieben ausgedrückt) jedes dritte alte Fischerutensil zum Kulturgut, stellen es aus und errichten vielleicht sogar eine Erklärtafel dazu, aber dieser Friedhof scheint irgendwie keine Rolle zu spielen. Dabei gehören er und die Menschen, denen er etwas bedeutet hat, genauso zu unserer Geschichte und unserer Kultur.

Bitte versteht mich nicht falsch; Ihr wisst, wie sehr ich Ditzum mit allem, was dazu gehört, liebe. Selbstverständlich ist mir die Bedeutung der Fischerei für die Dörfer an der Ems bewusst und ich mag die Erklärtafeln, weil ich Dank ihrer schon wirklich viel gelernt habe. Ich mag unsere kleine Fähre, die Fischkutter in unserem Hafen und die besondere Atmosphäre am Deich. Natürlich weiß ich auch, dass all das der Grundstock für den Tourismus ist, von dem wir in der Region sehr stark leben. Aber ist es richtig, andere Dinge, die uns genauso ausmachen, zu vergessen?

Mehr über den jüdischen Friedhof könnt Ihr hier lesen; die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Jemgum findet Ihr hier.

Der Friedhof lag leider im vollen Gegenlicht, weshalb die Bilder nicht so schön geworden sind, wie es dieser sehr intensive Ort verdient hätte.

Ein Klick auf die Bilder öffnet sie in groß