11. November 2013 – Sankt Martin

Es ist uns bis heute unklar, wieso eigentlich hier in Ostfriesland die Kinder am Vorabend von Sankt Martin singen kommen und nicht an Sankt Martin, also heute. Gemerkt haben wir das in unserem ersten Jahr in Ostfriesland, als es am 10. November Abends klingelte und dann vor der Haustüre sang – und wir nichts, aber auch gar nichts da hatten, was wir den Kindern hätten geben können. Ich wollte es am nächsten Tag kaufen. Glücklicherweise hatten wir in unmittelbarer Nähe eine Tankstelle, wo wir ein bisschen was holen konnten; den Kindern haben wir gesagt, sie sollten entweder zehn Minuten warten oder nochmal wieder kommen; sie haben sich für zweiteres entschieden.

In unserem ersten Jahr waren das die einzigen Kinder, die singen kamen; im Jahr danach waren es deutlich mehr, im darauf folgenden Jahr kein einziges – immer unterschiedlich. Mehr als zwanzig Kinder waren es aber nie; sicherheitshalber habe ich aber immer einen in meinen Augen ausreichenden Vorrat eingekauft, zumal ich in Süßigkeitenreste essen wirklich gut bin.

So auch dieses Jahr: Zwei hoch gefüllte Schüsseln mit Süßigkeiten harrten der Kinder, die da kommen sollten. Und sie kamen, in ungeahnten Mengen. Schon nach dem dritten Klingeln hatte ich den Eindruck, dass wir zuwenig eingekauft hatten; die Kinder waren in großen Gruppen unterwegs, so dass wir nach dreimal Klingeln schon fast zwanzig Kinder 'versorgt' hatten. Und es klingelte fleißig weiter – ich liebe das, wie ich sagen muss. Wir hörten Lieder auf Plattdeutsch, auf Holländisch und auf Hochdeutsch und sahen tolle selbst gebastelte Laternen; es war so schön.

Inzwischen hatte ich unseren gesamten Vorrat an Schokoladentafeln noch in die Schüsseln getan, dazu alle Lakritzbonbons und Maoams und alle Traubenzuckerblöcke, die wir noch hatten; die Mengen, die die Kinder bekamen, hatte ich notgedrungen (wie ich leider gestehen muss) etwas reduziert.

Insgesamt waren bestimmt 50 Kinder hier. Es hätte allerdings kein weiteres Mal klingeln dürfen, denn wir waren süßigkeitenmäßig fast völlig abgebrannt.

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Nächstes Jahr werden wir deutlich mehr vorbereiten. Ich freue mich schon jetzt auf das Klingeln an unserer Türe.