13. August 2017

Unser schöne Kirche bekommt nicht nur einen renovierten Kirchturm, sondern auch eine neue Glocke. Nächstes Wochenende wird die neue Glocke auf dem Kirchengelände gegossen, ein ganz außergewöhnliches und festliches Ereignis, wie ich finde.

Die bisherige Alltagsglocke aus dem Jahr 1959 wird gegen eine neue Glocke getauscht. Die alte Glocke wurde 1959 als Ersatz für eine Glocke, die im Krieg abgegeben werden musste ('Glocken für Waffen'), aus Stahl gegossen. Stahl ist allerdings kein ideales Material für Glocken; es rostet und alle Stellen, die der Rost 'wegfrisst', schmälern den Klang. Die Folge ist, dass die betroffene Glocke immer mehr scheppert; unserer Alltagsglocke konnte man das deutlich anhören.

Das ist unsere alte Glocke (Foto: privat); sie trägt die Inschrift '"Gott mit uns – Ora et labora – die Kinder Bruhns – Anno 1959'. Ende Mai wurde sie von Glockenbauer Simon Laudy ausgebaut; zur Zeit ist sie auf dem Gelände der Bültjer-Werft untergebracht. Wenn die Turmsanierung fertig ist, soll sie einen Platz auf dem Kirchengelände bekommen.

Die neue Glocke wird am Samstag, den 19. August auf unserem Kirchengelände aus Glockenbronze (80 % Kupfer, 20 % Zinn) gegossen. Bronze rostet nicht, so dass wir sehr lange Freude an ihrem Klang haben werden. Der Glockenbauer kommt um 10.00 Uhr mit seinem Glockengießerteam und baut die Gieshütte und den Ofen auf; die Glockenform stellt er in seiner Werkstatt in Finsterwolde her und bringt sie mit. Wie lange der Schmelzvorgang der Bronze dauern wird, hängt vom Wetter ab; geplant ist, den Ofen gegen 17:00 Uhr anzuzünden, der Glockenguss ist gegen 20:30 Uhr geplant.

Am Sonntag wird die Glocke nach dem Gottesdienst aus der Form geholt. Leider wird die Kirchturmsanierung wohl nicht bis zum Wochenende abgeschlossen sein, so dass die Glocke am Sonntag noch nicht aufgehängt werden kann und deshalb auch leider noch nicht läuten wird. Finanziert wird die neue Glocke über Spenden; wenn Ihr Euch daran beteiligen möchtet, meldet Euch gerne per Email bei mir; ich leite Euch dann weiter.

Rund um das Ereignis der neuen Glocke gibt es auf dem Kirchengelände Programm; ein Plakat mit allen Infos findet Ihr unten bei den Fotos.

Unsere Kirche ist übrigens evangelisch-reformiert; ich musste, als wir hierher gezogen sind, erst mal googeln, was genau das bedeutet. Ich bin katholisch und Dieter ist evangelisch-lutherisch. Das ist aber (in meinen Augen) völlig egal; wir glauben alle an denselben Gott; wir tun es nur auf unterschiedliche Arten. Insofern ist unsere schöne Dorfkirche auch meine Kirche und ich fühle mich in ihr und ihrer Umgebung sehr wohl und geborgen.

Außer diesen vielen Informationen über die neue Glocke (die ich übrigens einer lieben Bekannten verdanke, die auch Ursula heißt), gibt es auch noch Bilder; wir waren nämlich heute draußen. Sommer ist es immer noch nicht, aber es war trotzdem wunderschön.

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