14. Februar 2014

Seit ein paar Tagen haben wir ein Patenkind. Es wohnt direkt auf dem Deich, hat keinen Namen und wir wissen auch nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Sicher ist nur: Es ist ein Mülleimer.

Er steht neben der Bank an 'unserem' Deichaufgang und eigentlich sollte jetzt schon eine Mülltüte drin sein, die dann natürlich auch regelmäßig erneut wird. Zur Zeit sträubt sich unser Patenkind aber noch – die Schraube, mit der es geöffnet und nach vorne gekippt wird, ist festgerostet.

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Den Schlüssel, den ich für die Tonne bekommen habe, haben wir beim Versuch, die Schraube zu lösen, überdreht – sehr peinlich. Natürlich habe ich das sofort gebeichtet und einen anderen Schlüssel bekommen; der passt aber nicht, was aber von der Optik her schon klar war. Weitere Schlüssel gibt es zur Zeit nicht; sie sind aber bestellt. Solange kann ich unser Patenkind also noch nicht versorgen, aber ich pflege seine Schraube schon mal mit Rostlöser, damit es, sobald die neuen Schlüssel da sind, los gehen kann.

Hintergrund der ganzen Geschichte ist, dass es hier in Ditzum Mülleimerpatenschaften gibt, was ich eine ganz tolle Idee finde; so kann man ein kleines bisschen dazu beitragen, dass Ditzum so schön bleibt, wie es ist. Und es ist ja auch wirklich kein Aufwand, einmal am Tag nach dem Mülleimer zu gucken, gegebenenfalls die Tüte zu wechseln und die vollen Tüten in den Hafen zur Sammelstelle zu bringen.

Ich hoffe, dass wir 'unseren' Mülleimer bald in unsere Obhut nehmen können; bis dahin muss mir auch ein Name für ihn eingefallen sein. Es klingt nämlich viel netter, wenn man sagt 'Ich gehe mal eben nach … gucken' als 'Ich gucke mal eben nach dem Mülleimer'.

Ansonsten ist der Winter in Ditzum verschwunden und es machen sich langsam, aber sicher draußen Frühlingsgefühle breit. Ich hoffe so sehr, dass nicht nochmal Winter kommt; irgendwie fände ich das gar nicht schön.