14. Juni 2019

Man könnte ja manchmal denken, dass das Leben am Deich hauptsächlich rund ums Wasser stattfindet, aber dem ist nicht so. Wir haben hinterm Deich auch jede Menge Landwirtschaft. Ich muss gestehen, dass ich von Landwirtschaft genauso wenig Ahnung wie von vielem anderen habe; deshalb fand ich es heute total interessant, wie die fertig verpackten Heuballen auf den Hänger kommen.

Wobei ich nicht ohne einen gewissen Stolz anmerken muss, dass ich im zarten Alter von 13 Jahren (also 1972) sogar Trecker fahren gelernt habe, in Frankreich auf den Feldern meiner Gasteltern, bei denen ich viele wunderbare Ferien verbracht habe. Da war es selbstverständlich, dass die Töchter die Teile fuhren; der Vater hatte mit den Söhnen (es gab zwei Söhne und zwei Töchter in der Familie) die anstrengenderen Aufgaben und stand mit ihnen zum Beispiel hinten auf dem Hänger und schaufelte Mist auf die Felder. Ich als Gastkind wurde auch eingespannt; nach einer kurzen Einweisung und einer Testrunde auf dem Hof dufte ich auch Trecker fahren.

Meine Gastfamilie baute auf ihren Feldern Gemüse für Bonduelle an; wenn Erntezeit war, fuhr mein Gastvater mit dem vollen Hänger oft mehrmals täglich zur Fabrik – wir Kinder immer hinten drauf. Mein landwirtschaftlicher Wortschatz in Französisch war dementsprechend ausgezeichnet; leider nutzt einem das in der Schule gar nichts – in den damaligen (und wohl auch heutigen) Französisch-Lehrbüchern sind landwirtschaftliche Sprachkenntnisse nicht sehr gefragt. Meiner Freude an den Ferien hat das aber nicht den geringsten Abbruch getan.

Ein Klick auf die Bilder öffnet sie in groß