18. Juli 2018

Heute hat mein Text rein gar nichts mit den Bildern zu tun, aber manchmal muss das einfach sein. Wir hatten heute nämlich eine ganz besondere Begegnung, die mich dazu bringt, Euch mal wieder ein bisschen was von mir zu erzählen.

Es gibt manchmal Begegnungen, die sind so herzerwärmend, dass man sich ihrer immer wieder erinnert. Heute hatten wir so eine Begegnung in Form eines kleinen Mädchens, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Es war mit seinen Eltern unterwegs und kam uns am Deich entgegen.

Das Mädchen guckte mich schon die ganze Zeit beim näherkommen an und als die drei fast an uns vorbei waren, frage das Mädchen seine Eltern: Warum hat die Frau keine Frisur? Ich fand die Frage super und vor allem mag ich, dass Kinder einfach fragen und kein Geheimnis aus ihrer Neugier machen. Irgendwie drängt sich die Frage ja auch auf; eine Nicht-Frisur wie meine ist ja schon etwas ungewöhnlich. Da ich weiß, dass sich schon öfters Menschen über meine Haarpracht gewundert haben, gibt es heute die Erklärung dazu. Es gibt drei Gründe, warum ich so kurze Haare habe:

Der erste Grund ist Aberglaube. Ich hatte schon als Kind meistens superkurze Haare; als Teenager habe ich sie dann wachsen lassen. Ich habe wilde Locken und sehr dicke Haare und hatte sie im Laufe der Jahre lang bis tief in den Rücken. Nachdem mir bei meiner ersten Kopf-OP die Haare total verfilzt waren und ich sie deshalb abschneiden musste, habe ich sie bei den nächsten beiden OPs schon vorher abgeschnitten. Und dann beschlossen, dass sie jetzt ab bleiben – und seitdem musste ich nie wieder ins Krankenhaus. Deshalb bleiben sie ratzkurz; natürlich weiß ich, dass Aberglaube Blödsinn ist, aber es gibt ja auch noch zwei weitere gute Gründe dafür.

Der zweite Grund ist Zeitersparnis. Das Waschen und Trocknen meiner Haare war immer eine Katastrophe; acht Stunden hat das Trocknen mindestens gedauert, weil ich keinen Föhn benutzt habe. Dazu Morgens und Abends eine halbe Stunde, um die Wolle in den Griff zu kriegen – grauenhaft. Mir war irgendwann klar, dass ich keine Minute meines Lebens mehr verschwenden möchte, schon gar nicht an das Chaos auf meinem Kopf.

Der dritte Grund ist allerdings der wichtigste: Ich finde, es gibt keine Frisur (oder Nicht-Frisur), die mir besser steht – ich fühle mich so am allerwohlsten. Und wenn es kühl ist, kommt einfach eine Mütze auf den Kopf. Es wird Euch übrigens bestimmt nicht wundern, dass es in unserem Haushalt weder Kamm noch Bürste gibt.

Ich habe dem Mädchen die Frage natürlich beantwortet; den ersten Grund habe ich allerdings weggelassen. Der zweite und dritte reichen ja auch schon.

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