19. August 2017 – Unsere neue Glocke Teil 1

Es ist soweit und ich habe mich riesig darauf gefreut: Unsere neue Glocke entsteht. Ich habe den Aufbau des Schmelzofens für die Glockenbronze miterlebt und fand es so faszinierend.

Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Glockengießer Simon Laudy von der Klokken- en Kunstgieterij Reiderland und seinem Team bedanken, dass ich ihrer Arbeit eine Weile mit der Kamera folgen durfte und sie mir nicht böse waren, dass ich ihnen dabei ständig im Weg stand. Ich durfte ganz nah ran, was ich einfach toll fand. Deshalb ist auch das Foto der neun 'Väter' unserer neuen Glocke das erste, das Ihr gleich sehen werdet; zu einem Gruppenfoto waren sie nämlich netterweise auch noch bereit.

Ich war gegen halb eins an der Kirche; auf der kleinen Wiese zwischen Gemeindehaus und Friedhof war schon die Schmelzhütte aufgebaut und der Schmelzofen wurde gerade errichtet. In dem Ofen wird die Bronze geschmolzen, mit der die Glockenform, die Herr Laudy in seiner Werkstatt gefertigt und mitgebracht hat, ausgegossen wird.

Der Ofen wird aus Schamottsteinen errichtet und mit einer 'Paste' aus Ziegelsplit, Gips und Wasser luftdicht verputzt; lediglich unten am Ofen bleiben Löcher offen, da das Feuer im Ofen ja Sauerstoff zum Brennen braucht. Der Ofen wird mittels Anthrazitkohle auf eine Temperatur von 1.100°C erhitzt, um die Bronze (80 % Kupfer, 20 % Zinn) zu schmelzen.

Die Fertigstellung des Ofens, das Anzünden des Feuers und auch das Ausgießen der Glockenform kann ich Euch leider nicht zeigen; für mich war die knappe Stunde, die ich zugeschaut habe, leider schon genug – Ihr kennt ja mein Problem. Die fertige Glocke werde ich Euch morgen aber auf jeden Fall zeigen, in Teil 2 des Glockenberichts.

Ein Stückchen neben der Schmelzhütte war auf der Rasenfläche zwischen Gemeindehaus und Friedhof schon ein Zelt aufgestellt für die Gäste, die die Ev.-ref. Kirche heute Abend erwartet (das Programm findet Ihr hier). Ich finde es so schön, dass ganz selbstverständlich die Freude über den Glockenguss und das Glockengussfest in unmittelbarer Nähe zum Friedhof und seinen Gräbern stattfindet. Die Verbindung von Leben, Freude, Abschied und Tod auf eine so schöne Weise finde ich einfach nur großartig.

Erzählen muss ich auch noch, dass ich in den Kirchturm durfte. Ein paar Stufen bin ich trotz Höhenangst auch tatsächlich hochgeklettert und habe Dank einer lieben Bekannten, die mich ordentlich fest gehalten hat, ein ganz besonderes Foto machen können. Mehr zu dem, was Ihr darauf sehen könnt, erzähle ich kurz beim Bild und ausführlich ein anders Mal in einem Extra-Beitrag.

Ein Klick auf die Bilder öffnet sie in groß

Beim Vertexten der Bilder ist mir gerade aufgefallen, dass ich mir bei dem Zweck der Gewichte im Kirchturm nicht mehr sicher bin; es waren heute so viele Informationen, dass ich am Ende nicht mehr ganz aufnahmefähig war. Wenn ich also Unsinn erzählt haben sollte, wäre es ganz lieb, wenn Ihr mich korrigieren würdet.