22. November 2013

Renate hat hier in einem Kommentar mal geschrieben, dass sie sich immer wieder an meinem kritischen Blick freut. Den muss ich heute mal wieder auspacken. Eigentlich wollte ich das wegen eines Themas gestern schon tun, aber nach meiner heutigen morgendlichen Zeitungslektüre kann ich es gleich doppelt angehen.

Erinnert Ihr Euch noch daran, dass ich Euch von dem Landschaftssee erzählt habe, der am Wohnmobilplatz ausgebaggert und angelegt werden soll? Der Bau des Landschaftssees sollte durch den Verkauf der ausgebaggerten Erde finanziert werden; sie konnte anderen Orts für Deicharbeiten gut gebraucht werden. Tja, was soll ich sagen? Diese Deicharbeiten sind jetzt abgeschlossen und es wird keine Erde mehr gebraucht. Das ist dumm, weil es nämlich somit keinen Abnehmer mehr für weiteren Erdaushub des zukünftigen Landschaftsees gibt – und damit kein Geld. Die Bauarbeiten am Landschaftssee sind deshalb erst mal eingestellt.

Es beschleicht Euch das Gefühl, so was kann es gar nicht geben? Ihr seid der Meinung, dass man davon ausgehen sollte, dass so eine Baumaßnahme vorher durchgeplant ist, und zwar so, dass auch sicher gestellt ist, dass sie abgeschlossen werden kann? Der Meinung war ich bisher auch, aber so kann man sich irren, wie in der Ostfriesen-Zeitung heute hier (Link entfernt, da der Artikel nicht mehr erreichbar ist) zu lesen war.

Von dem zweiten Thema habe ich Euch noch nichts erzählt, wenn ich mich richtig erinnere. Wir haben hier mitten im Dorf, an der Straße zum Hafen und direkt am Hermann-Tempel-Platz einen alten, seit Jahren leerstehenden Gasthof. Eine Schönheit ist das leere Gebäude nicht und die Nachricht, die im April bekannt wurde, war deshalb eine sehr positive: Es hatte sich ein Investor gefunden, der den Gasthof gekauft hatte und einen Teil sanieren und dort ein Restaurant eröffnen wollte. Der Saal des Gasthofes sollte abgerissen und an seiner Stelle Ferienwohnungen gebaut werden; eine Voranfrage zu diesem Bauvorhaben war wohl positiv beschieden worden. Das hörte sich sinnig und schön an.

Wissen muss man, dass in der Straße zum Hafen noch ein leeres Gewerbeobjekt ist; dort war früher eine Schlecker-Filiale, die im Rahmen der Schlecker-Pleite natürlich geschlossen wurde. Ein Nachmieter oder Investor oder sowas in der Art hat sich bis heute nicht gefunden und das leer stehende Objekt sieht alles andere als schön aus. In einem weiteren, zwischen Schlecker und Gasthof gelegenen und ebenfalls leerstehenden Gewerbe hat erfreulicherweise im Frühjahr ein Bäcker ein Café eröffnet.

Gestern war nun in der Rheiderland-Zeitung zu lesen, dass die Denkmalbehörde des Kreises Leer die vorläufige Genehmigung kassiert hat. Der leer stehende Gasthof wird nicht saniert, die Ferienwohnungen werden nicht gebaut, und zwar aus denkmalschutztechnischen Gründen. Der Investor ist verständlicherweise nicht glücklich und wir Ditzumer wohl eher auch nicht. Natürlich könnt Ihr auch diesen Vorgang selbst in der Zeitung nachlesen, hier (Link entfernt, da der Artikel nicht mehr erreichbar ist). Was ein Gulfhof ist, könnt Ihr hier lesen.

Mir ist nicht klar, wieso eine Behörde eine vorläufige Genehmigung widerrufen kann, weil sie sich, wie im Artikel zu lesen, 'was wünscht'? Der Gasthof selbst steht offenbar nicht unter Denkmalschutz, nur das Café daneben – wusste die Behörde, als die vorläufige Genehmigung erteilt wurde, nichts davon? Ich frage mich immer wieder, wie sowas passieren kann – die eine Hand genehmigt und die andere widerruft? Der Investor wird wohl, wenn ich den Artikel richtig verstehe, von einem Engagement hier im Ort Abstand nehmen.

Wir hier in Ditzum stehen also zum Ende des Jahres hin da mit einem gestoppten Landschaftsseebauvorhaben und einem geplatzten Umbau des leerstehenden Gasthofes. Sowas nennt man wohl super gelaufen. Ach ja, einen Investor für eine Pitch & Putt-Anlage direkt neben dem zukünftigen Landschaftssee suchen wir auch noch; auch dazu gibt es natürlich den passenden Zeitungsartikel (auch dieser Link entfernt wegen nicht mehr erreichbarem Zeitungsartikel).

Versteht mich nicht falsch; ich möchte niemanden angreifen, zumal unser Wissen ja ausschließlich auf Zeitungsartikeln beruht. Wie Ihr aber längst wisst, liegt Ditzum Dieter und mir sehr am Herzen. Genau deshalb finden wir solche Meldungen so traurig – das haben Ditzum und seine Bewohner einfach nicht verdient.