22. September 2014 – Mitten in der Nacht

Mein verrückter Dieter hat mich heute Abend gegen halb acht ins Auto gepackt und nach Weener verfrachtet (das ist das Städtchen, wo es die schönen Schafpantoffeln gibt). Er fand, dass wir unbedingt die Quantum sehen müssen, und zwar nicht erst um Mitternacht am Emssperrwerk.

In Weener gibt es eine kleine Zugbrücke, die Friesenbrücke; da musste die Quantum durch. Ein echtes Nadelöhr, denn die Durchfahrt ist nur wenige Meter breiter als das Schiff. Wir haben das Auto irgendwo in Weener geparkt und sind dann ca. zwei Kilometer zur Brücke gelaufen. Als wir ankamen, leuchtete das Schiff schon in der Dunkelheit aus der Ferne.

Außer uns standen noch geschätzte achthundert bis tausend andere Menschen dort – etwas, das wir normalerweise gar nicht mögen. Aber was ist schon normal, wenn sich rückwärts ein ein Riesenschiff nähert (also mit dem Hinterteil zuerst) und sich in weniger als Schritttempo zwischen den engen Brückenpfeilern durchschiebt. Als die breiteste Stelle des Schiffs durch war, tutete es ganz laut und Musik ging an, 'Sailing' von Rod Steward und dann, als das Schiff komplett durch war und wieder etwas mehr Fahrt aufnahm, 'Time to Say Goodbye' von Andrea Bocelli. Und tausend Menschen standen am Ufer, sangen mit und klatschten Beifall – ein echtes Gänsehautgefühl.

Die Bilder sind bis auf das letzte alle von Dieter; meine Kamera macht diese Lichtverhältnisse nicht wirklich mit.

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Obwohl wohl alles gut klappt, hatte die Quantum an der Friesenbrücke schon drei Stunden Verspätung gegenüber dem anvisierten Zeitplan. Eigentlich sollte sie jetzt schon das Emssperrwerk passiert haben, aber sie ist noch nicht mal in Leer durch die Jann-Berghaus-Brücke. Wir haben also Glück und werden sie morgen bei Tageslicht an Ditzum vorbei fahren sehen.