24. Juni 2013

Heute ohne Bilder, dafür mit einem Bericht zum Staunen.

Auf unserer Fahrt gestern leuchtete auf der Rückfahrt plötzlich in unserem knapp sieben Jahre alten Auto ein gelbes Warnsymbol auf. Natürlich haben wir bei der nächsten Gelegenheit angehalten und im Handbuch nachgeschaut, was die Anzeige bedeutet: Es war die Warnleuchte für ‘Fehler im Abgassystem’. Das Auto fuhr aber völlig normal und im Handbuch stand auch, dass man das Auto nicht sofort abstellen müsse, sondern zunächst weiterfahren könne.

Bisher hatten wir unser Auto immer bei Jobus in Neukamperfehn in der Werkstatt, direkt in der Nähe unseres alten Zuhauses. Das war uns von hier aus zu weit (35 km), also sind wir heute morgen mit dem Auto in eine Werkstatt elf Kilometer von hier gefahren. Unser Auto wurde an einen Computer angeschlossen und der Fehler wurde ausgelesen – mit dem Ergebnis, dass ein Fehlercode erschien und die Meldung, dass die Leistung des Katalysators unter 60 % Prozent liege. Der Werkstattmensch erklärte daraufhin, das könne an allem Möglichen liegen und er würde jetzt bei VW anrufen, denen den Fehlercode sagen und die würden dann zurück rufen und aus ihren Erfahrungswerten heraus sagen, was kaputt wäre. In 90 Prozent der Fälle wäre die Vermutung von VW richtig und die Problemfindung ginge so sehr viel schneller, als wenn sie in der Werkstatt nach dem Fehler suchen würden.

Für das Fehler auslesen mussten wir 15 Euro bezahlen (in unserer alten Werkstatt, wo wir das erste Mal auch mit einer leuchten Warnanzeige waren, wurde der Fehler kostenlos ausgelesen) und meine Handynummer wurde notiert. Normalerweise würde es ca. eine halbe Stunde dauern, bis der Rückruf von VW erfolgen würde; dann würden wir angerufen und bekämen auch den Preis für eine Reparatur gesagt.

Dieter und ich sind wieder ins Auto gestiegen und waren uns sehr schnell einig, dass uns das überhaupt nicht gefallen hatte. Was ist denn mit den 10 Prozent, wo VW mit den Vermutungen falsch liegt? Wird da dann was repariert, was gar nicht kaputt ist? Wir fanden diese Werkstatt ziemlich daneben.

Was also tun? Wir sind zu unserer alten Werkstatt gefahren, das war zwar ein Weg von einer knappen halben Stunde, aber das war uns egal. Es ist eine ziemlich kleine Werkstatt, aber die Betreuung ist einfach klasse. Der Fehler wurde sofort ausgelesen – mit dem gleichen Ergebnis wie in der anderen Werkstatt. Aber was dann folgte, war komplett anders. Der Mechaniker fragte, wie viel wir fahren würden und wir erzählen ihm, dass wir seit dem Umzug nur noch sehr wenig fahren und das Auto oft zwei Wochen und mehr unbenutzt hinterm Haus steht. Gestern allerdings waren wir dann ja die lange Strecke gefahren. Dann wollte er wissen, ob wir eher hoch- oder niedrigtourig fahren würden – wir fahren eindeutig niedrigtourig.

Daraufhin meinte er, er würde den Fehlercode jetzt löschen. Er vermutete, dass der Katalysator durch das wenige und wenn dann niedrigtourige Fahren verrußt wäre und freigepustet (oder so ähnlich) werden müsse. Wir sollten mal auf die Autobahn gehen und den vierten Gang bis 110 hochziehen – und das eine Weile durchhalten. Sollte die Warnleuchte wieder angehen, sollten wir wieder kommen, dann würden sie das Auto unter die Lupe nehmen und genau gucken, wo es klemmt. Aber in den meisten Fällen würde sich dieses Problem durch vorübergehend hochtouriges Fahren lösen lassen und das sollten wir auf alle Fälle zuerst ausprobieren.

Darauf angesprochen, dass wir jetzt nicht mehr wie früher eine Straße von der Werkstatt entfernt wohnen, sondern ca. 35 km, meinte Herr Jobus, der Chef der Werkstatt, das wäre gar kein Problem. Kleinere Sachen würde so gemacht, dass wir auf das Auto warten könnten, bei größeren, die länger dauern, würden wir von ihnen ein anderes Auto bekommen. Kostenpunkt des Ganzen: Nichts. Natürlich haben wir aber was in die Kaffeekasse getan.

Wir sind also auf die Autobahn, haben den Wagen im vierten Gang bis 110 gezogen und sind so ca. 20 km gefahren. Bislang ist die Warnleuchte nicht wieder angegangen.

Die angekündigte halbe Stunde der ersten Werkstatt war natürlich längst vorüber und wir schon wieder eine ganze Weile zuhause, als der Rückruf dann doch kam. VW hatte beschlossen, dass unser Katalysator kaputt sei und ausgetauscht werden müsse. Kostenpunkt: 1.000 Euro. Auf einen Termin zum Austausch haben wir verzichtet.