24. Mai 2014

Ich habe Höhenangst. Und zwar so richtig. Mir wird schon schwummerig, wenn ich auf einem Stuhl stehe, oder nach der dritten Stufe einer Leiter. Hier in Ditzum gibt es ein kleines Brückchen über das Sieltief; es ist weder hoch noch lang noch sonst wie schwierig, aber an manchen Tagen komme ich da nur ganz fest an Dieters Hand drüber – entgegen kommen darf mir eh keiner, weil die Brücke so schmal ist und ich sonst ans Geländer gedrückt werden könnte. Weiche Knie habe ich da immer.

Wir haben auch eine Windmühle in Ditzum. Mit einem begehbaren Dings oben, so eine Art Rundgang – ich weiß den richtigen Namen dafür nicht. Da wollten wir schon ewig rauf, also ich eher weniger, aber Dieter. Wir hatten heute einen sehr guten, aber anstrengenden Tag und waren beide ein bisschen müde. Zu Entspannungszwecken haben wir beschlossen, noch einen kleinen spätnachmittäglichen Rundgang durchs Dorf zu machen – und in einem Anfall von Wahnsinn, die Mühle zu besteigen.

Eine der Treppen hoch ist total steil, mit superschmalen Stufen – genau das Richtige für mich. Ich bin da rauf wie eine 90-jährige Oma. Aber ich habe es geschafft und stand schließlich mit butterweichen Knien und schwummer- und schwindeligsten Gefühlen oben auf der Plattform.

Ich habe mich ganz dicht an die Wand der Windmühle gedrückt und Dieter musste mich zusätzlich fest halten; von der Wand oder Dieter weg ging natürlich überhaupt nicht. Aber ich habe mich gefühlt wie andere nach der Besteigung eines Achttausenders – unglaublich stolz. Insofern ist die Ditzumer Mühle seit heute mein persönlicher Mount Everest.

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Wie ich von da oben wieder runter gekommen bin, darüber decken wir den Mantel des Schweigens.