24. November 2019

Es ist grau draußen. Gefühlt ist es das seit Wochen; die Wetter-App auf meinem Handy kündigt zwar immer wieder mal ein bisschen Sonne an, liegt damit aber immer falsch – so auch heute morgen. Dafür haben wir aber die Gorch Fock im Hafen. Gut, nicht DIE Gorch Fock, aber einen schönen alten Holzfischkutter aus Neuharlingersiel mit diesem Namen.

Wusstet Ihr eigentlich, woher der Name ‘Gorch Fock’ kommt? Ich wusste es nicht und habe es deshalb gegoogelt: Gorch Fock war ein Schriftsteller, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Johann Wilhelm Kinau hieß. Mehr über ihn, darüber, was er geschrieben hat und warum Schiffe, Plätze und Straßen nach ihm benannt sind, findet Ihr hier.

Dass es seit Wochen draußen grau ist, habe ich ja schon oben geschrieben. So ganz allmählich geht es mir wirklich auf den Keks; ich vermisse ein paar Sonnenstrahlen schon sehr. Wir waren heute zum ersten mal seit über zwei Wochen wieder ein bisschen draußen; ich komme immer noch nicht wirklich auf die Füße und hänge immer noch arg durch.

Ich bin ständig am Anschlag und völlig fertig. Das Blöde ist, dass ich, wenn ich am Rande der Erschöpfung bin, oft über den größten Blödsinn heule; es muss dann nur eine Kleinigkeit kommen und ich löse mich auf. Letzten Montag ist zum Beispiel unsere Spülmaschine kaputt gegangen (was sich allerdings schon seit ein paar Monaten angekündigt hatte) und ich habe den halben Tag deswegen geheult. Das ist natürlich völlig albern und überzogen, aber ich bin so fertig, dass mich sowas dann komplett aus der Bahn wirft. Nicht, weil das mit der Spülmaschine schlimm gewesen wäre (Dieter hat am Freitag schon eine neue eingebaut), sondern weil ich es nicht verarbeitet bekomme, sozusagen.

Mir fallen dann auch so einfache Dinge wie Gespräche mit anderen Menschen außer Dieter schwer, selbst Kommentare beantworten schaffe ich dann oft nicht. Nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich das bisschen Elan, das ich dafür brauchen würde, nicht habe. Zum Glück kenne ich diese Phasen, wenn ich vorher krank war, und weiß, dass sie vorbei gehen, aber bei sowas ist Geduld nicht meine starke Seite. Ich hüpfe lieber durchs Leben als durch die Tage zu schleichen; schleichen ist so gar nicht meins. Zum Hüpfen braucht man nicht unbedingt Sonne, aber um ins Hüpfen wieder reinzukommen, wäre sie schon hilfreich. Damit sind wir dann wieder beim Thema oben: Ich finde, es war lange genug grau draußen.

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