26. September 2016

Kennt Ihr das auch? Tage, an denen einfach alles schief geht? So einen Tag hatte ich heute. Die gute Nachricht: Gurkensalat ist erstaunlicherweise auch mit Vanillejoghurtsauce einigermaßen essbar.

Ich nenne solche Tage ‘Haferflockentage’, weil es Tage sind, an denen ich schon mal Haferflocken statt Zucker in den Kaffee oder Tee tue. Tage, an denen ich versuche, Kaffee ohne Kaffeepulver zu machen, Socken im Klo statt im Wäschekorb landen und man sein Lieblingsküchenmesser mit den Gemüseabfällen in den Bioeimer wirft, das allerdings erst merkt, wenn schon sechs Portionen Kaffeesatz, gefühlte 20 Eierschalen und ebensoviele Teebeutel darüber liegen.

Bei mir ging es heute damit los, dass um halb sechs wie immer der Wecker klingelte, damit ich meine Medikamente nehmen kann. Blöderweise waren die aber nicht da, wo sie sein sollten (nämlich auf meinem Nachttisch); ich hatte sie beim ins Bett gehen irgendwo liegen lassen. Nur wo?

Also sucht man im Halbschlaf seine Medikamente, findet sie nach ungefähr zehn Minuten im Abstellraum auf der Waschmaschine (klar, ich hatte Abends dort noch eine Flasche Wasser geholt und die Dinger dabei wohl da liegen lassen) und versucht wieder einzuschlafen, was natürlich nicht geht. Bei der morgendlichen Dusche war die Duschtüre nicht richtig zu und das Badezimmer anschließend aufwischreif – mit leerem Magen. Dass der offene Margarine-Becher runter gefallen ist, brauche ich voraussichtlich nicht erwähnen, oder?

Mein unvergleichlicher Dieter versucht an solchen Tagen immer krampfhaft, ernst zu bleiben; ich sehe aber an seinen Mundwinkeln, dass ihm das schwer fällt. Im Grunde finde ich es eigentlich auch lustig; auf der anderen Seite bin ich aber so sauer und wütend, dass ich es auf gar keinen Fall lustig finden will und es mir deshalb verbiete. Zum Glück platzt Dieter irgendwann vor Lachen und das ist dann meistens der Punkt, wo ich auch loslachen muss – und dann ist alles wieder gut.

Heute hatten wir diesen Punkt, als das Mittagessen fertig war. Es gab als Beilage Gurkensalat, den wir sehr häufig essen und dessen Sauce ich blind machen kann. Kräuter, Gewürze, Joghurt, ein bisschen Salz, ordentlich Pfeffer, etwas Olivenöl – köstlich. Ich mache unsere Joghurts selbst und es steht immer ein Vorrat im Kühlschrank. Ich mache Naturjoghurts und Fruchtjoghurts und – Ihr habt es sicherlich schon erraten – Vanillejoghurts. Weil ich mich kenne, haben die Joghurts unterschiedlich farbige Deckel, es sollte also eigentlich nichts schief gehen. Eigentlich.

Es ist jetzt nicht unbedingt so, dass ich nochmal Gurkensalat mit Vanillejoghurtsauce haben muss. Dieter meinte nur, nachdem er sich lachmäßig wieder beruhigt hatte, das wäre auch nicht viel anders als Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Er hat den Salat heldenhaft gegessen. Ich nicht ganz. Zur Belohnung sind wir dann am späteren Nachmittag für eine kleine Runde raus gegangen, was wir ja normalerweise eher selten machen. Aber irgendwie brauchten wir frische Luft.

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