27. Mai 2019

Wenn Dieter und ich als begeisterte Nichtfrühaufsteher morgens um viertel nach sechs mit Kackschuhen, Kamerarucksäcken und müden Augen aus dem Haus schleichen, muss etwas Besonderes los sein – und das war es auch: Die Spirit of Discovery, das neue auf der Meyer Werft in Papenburg gebaute Kreuzfahrtschiff, wurde überführt.

Normalerweise ist es ja immer so, dass 24 Stunden, bevor so ein Kreuzfahrtschiff in Papenburg losfährt, das Emssperrwerk geschlossen wird, um die Ems auf den für die Überführung nötigen Wasserstand zu stauen. Die Spirit of Discovery ist aber ein eher kleines Schiff; es ist gute 100 Meter kürzer und zehn Meter schmaler als die 'echten' Kreuzfahrtriesen, die sonst hier so vorbei kommen.

Ich habe gestern immer wieder auf den Pegelstand der ersten Messstation (von uns aus gesehen) hinter dem Sperrwerk geguckt (Pegel Terborg), weil man daran gut erkennen kann, ob das Emssperrwerk geschlossen ist oder nicht, aber da tat sich gar nichts. Erst gestern Abend gegen 18:30 Uhr ist es wohl geschlossen worden, was eigentlich auch logisch ist, denn die kleine Spirit of Discovery hat natürlich wesentlich weniger Gewicht und damit weniger Tiefgang als die großen Kreuzfahrtschiffe.

Die Ems musste also gar nicht wie sonst großartig aufgestaut werden; das durch die normale Tide in den Fluss gelaufene Wasser musste nur – laienhaft ausgedrückt – festgehalten werden. Man sieht das sehr gut am Pegelstand auf dem Bild links (es wird beim Draufklicken größer); der gestaute Pegelstand am Pegel Terborg ist nicht höher als das sonstige Hochwasser.

In Papenburg losgefahren ist das Schiff gestern Abend gegen 22.00 Uhr; die Passage des Emssperrwerks war für 6:45 Uhr heute morgen angekündigt; kurze Zeit später passiert es dann Ditzum. Für uns nachteulige Morgenmuffel hieß das früh aufstehen – was wir eigentlich gar nicht mögen.

Meine Nacht war besonders kurz; ich war schon um kurz nach halb fünf wach und konnte nicht mehr einschlafen, aber das war ja nicht weiter schlimm. Um halb sechs sind wir aufgestanden und um viertel nach sechs waren wir draußen – wir sind ja immer zu früh. Zum Glück, denn als wir auf dem Deich am Schöpfwerk ankamen, war das Schiff durchs Emssperrwerk schon durch – es hatte auch Verfrühung.

Wir sind hinter dem Schiff her Richtung Emden gegangen, allerdings (logischerweise) nur bis zum Diekshörn hinter Pogum, denn da kommt man dann nicht weiter, zumindest nicht Richtung Emden. Wir haben viel gestanden, geguckt und fotografiert und natürlich mussten wir auch wieder zurück und dann noch im Hafen und am Wohnmobilplatz nach dem Rechten gucken, so dass wir insgesamt über drei Stunden draußen waren.

Bei Opa Krino haben wir uns noch frische Brötchen geholt und um kurz vor halb zehn waren wir wieder Zuhause. Mit knapp sieben Kilometern auf dem Zähler, einer Tüte Brötchen, ich mit 525 Fotos und beide ziemlich müde. Aber es war wirklich wunderschön.

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