3. Juni 2019

Nach ziemlich langer Zeit haben wir heute wieder Kaninchen gesehen; eins auf der Schafswiese am Schöpfwerk und eins auf dem Werftgelände. Letzteres hat gerüchteweise eine dicke Karotte als Lohn für die Modeltätigkeit für unseren örtlichen Baumarkt ausgehandelt.

Hinter uns liegen ein paar schwierige, aber vor allem auch sehr schöne Tage. Ich hatte Euch ja hier erzählt, dass unser großer Sohn heiratet und warum wir nicht dabei sein werden. Am Samstag war es soweit.

Ich hatte schon die Nächte davor nicht wirklich viel geschlafen und war insgesamt schon ziemlich fertig (essen konnte ich auch nicht); als der Samstag dann da war, habe ich um halb fünf morgens die erste Runde geheult. Nicht nur, weil ich traurig war, dass wir nicht dabei sein konnten, sondern vor allem auch aus Rührung, aus Freude und aus Stolz auf die beiden wunderbaren Menschen, die so einen wichtigen und schönen Schritt machen wollten.

Eigentlich habe ich den ganzen Tag immer wieder geschluchzt; Dieter hatte mehr oder weniger permanent nasse Schultern. Die goldige Freundin unseres jüngeren Sohnes hat uns immer wieder mit Fotos versorgt (von ihr stammen auch die beiden Bilder des Brautpaares), das war so lieb. Natürlich löste aber jedes neue Bild, das ankam, neue Kullertränen aus, weil ich so gerührt war.

Dieter hat den Tag heldenhaft mit mir durchgehalten; er war auch schon die Tage vorher total lieb und geduldig, obwohl ich arg neben der Kappe war. Und gestern, also am Tag nach der Hochzeit, standen am Nachmittag plötzlich unser jüngerer Sohn mit seiner Freundin vor der Haustüre, auf ihrem Rückweg von Hamburg nach Aachen – ratet mal, wer da schon wieder geheult hat. Ja genau.

Es war so schön, dass die Zwei da waren; sie wollten gucken, wie es mir geht, und vor allem natürlich auch erzählen. Ist das nicht lieb? Nach zwei Stündchen sind sie wieder abgefahren und jetzt versuche ich, langsam wieder zur Ruhe zu kommen. Weshalb wir heute auch trotz grauen Himmels draußen waren, denn das hilft dabei immer sehr.

Edit: Falls Ihr dem obigen Link nicht gefolgt seid und deshalb vielleicht denkt, dass die Kinder uns nicht dabei haben wollten – das ist nicht so, im Gegenteil. Unsere Kinder waren genauso traurig wie wir, dass wir nicht dabei waren; auch ihnen ist das schwer gefallen. Wir sind uns sehr nah und hängen alle sehr aneinander.

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