30. Oktober 2019

Wir waren schon wieder draußen; das Wetter ist im Moment so herrlich, dass man einfach raus muss. Zum Glück haben wir kein Programm und können über unsere Zeit bestimmen – das ist wahrer Luxus. Unser Weg ging heute, entgegengesetzt zu sonst, zum Emssperrwerk.

Wir sind also als erstes durch den Hafen gelaufen; sonst sind wir ja immer erst gegen Ende unserer Wege dort. Er war fast ganz leer und sah schon fast ein bisschen magisch aus, zumal auch die Fähre ihn gerade verließ. Mit Fischkuttern ist er natürlich schöner, aber so leer hat er auch was.

Als wir losgelaufen sind, waren es draußen knappe vier Grad; frühmorgens war sogar alles leicht überfroren. Ich musste also meine Winterjacke anziehen und war kreuzunglücklich. Kennt Ihr das, dass Ihr ein Kleidungsstück, das Ihr schon oft und eigentlich auch gerne getragen habt, nach einer Weile des Nicht-Tragens überhaupt nicht mehr mögt? Meine helle Übergangsjacke ist so schön weich und gemütlich; die Winterjacke ist dagegen dick und irgendwie unflexibel (so kommt es mir zumindest am Anfang immer vor) und ich komme mir darin vor wie eine Tonne – letztes Jahr war es genau dasselbe, als ich sie zum ersten Mal wieder angezogen habe.

Den ersten Kilometer habe ich also mit meiner Jacke gehadert, außerdem rutschen meine Leggings unter der Jeans, der Rucksack drückte und überhaupt stimmte gar nichts – wie das dann oft so ist, wenn man nicht so ganz zufrieden ist. Ich habe Dieter ausführlich die Ohren vollgequakt – zum Glück hat er Humor und kam aus dem Grinsen nicht mehr raus.

Als ich bei dem Punkt angekommen war, dass ich finde, dass ich in der Jacke aussehe wie eine Tonne, ist er einfach stehen geblieben, hat ein Foto von mir gemacht und es mir auf seinem Display gezeigt, als Beweis, dass das gar nicht stimmt. So ganz überzeugt war ich zwar nicht, aber meine Stimmung war trotzdem schlagartig besser und den Rest des Weges rutsche und drückte auch nichts mehr – hurra. Eine andere Winterjacke hätte ich aber trotzdem gerne.

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Zum Schluss gibt es noch eine Sammlung Mäusefotos. Wir haben eine ganze Weile Mäuse beobachtet – genug davon haben wir ja dieses Jahr am Deich. Überall haben sie Gänge und Löcher angelegt; mir ist natürlich klar, dass das nicht gut ist, aber trotzdem mag ich Mäuse gerne.