Blick zum Deich - 7. März 2020

7. März 2020

Heute war ein echter Traumtag und wir waren richtig lange draußen. Der Himmel war voller kleiner Wölkchen, die Sonne hat gelacht und der Wind war nicht mehr so schneidend kalt; ich hatte zeitweise sogar meine Mütze aus.

Dabei hatte unser Tag gar nicht so schön angefangen; ich habe seit gestern Abend die Heuleritis und heute morgen direkt weiter gemacht. Im Moment hadere ich wieder sehr mit meiner Krankheit und tue mich so schwer damit zu akzeptieren, dass ich nicht so kann wie ich gerne möchte. Das hängt natürlich mit unserem Enkelkind zusammen, auf das wir uns so freuen. Ich würde so gerne nach Hamburg fahren, wenn es da ist, und es einmal auf den Arm nehmen, es festhalten und an ihm schnuppern (Babys riechen immer so unglaublich gut – wenn die Windel nicht gerade voll ist) aber das kann ich nicht, genauso wenig wie bei der Hochzeit letzten Juni oder bei jedem anderen Ereignis.

Die Kinder haben uns so toll mitgenommen durch die Schwangerschaft; wir haben Ultraschall-Bilder bekommen und wussten immer, wie es den dreien geht. Natürlich werden wir auch Fotos von unserem Enkel bekommen, aber ich kann eben nicht hin. Nicht zu unserer Schwiegertochter, nicht zu unserem Sohn und nicht zu unserem Enkel. Und das tut einfach weh und fällt mir schwer zu akzeptieren.

Normalerweise komme ich mit meinen Einschränkungen sehr gut zurecht und fühle mich auch nicht eingeschränkt oder krank; wir haben das Glück, dass wir ein Leben leben können, das ganz auf unsere und speziell auch meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Aber bei so schönen Dingen wie einer Geburt oder eben im letzten Jahr die Hochzeit, an denen ich nicht teilhaben kann, ist es dann schon anders. Zum Glück habe ich Dieter, der mich durch solche Zeiten durchträgt und mir seine dann oft feuchten Schultern nicht übel nimmt. Und ich habe unsere Kinder und Schwiegerkinder, die mich kennen und wissen, wie gerne wir bei ihnen wären.

Auf jeden Fall fand Dieter heute morgen, dass ich dringend eine Runde Schaftherapie und Sonne, Wolken und Wind zu Ablenkungszwecken brauche und wie immer hat das auch gut funktioniert. Ich komme dann wieder auf den Boden und weiß, wie gut ich es habe, auch wenn ich nicht alles kann, was ich manchmal gerne würde.

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