9. August 2013 – Kackschuhe

Wer nach Ditzum kommt, braucht unbedingt zwei Dinge: In allen Jahreszeiten außer Sommer eine Mütze und grundsätzlich und immer das, was Dieter und ich ‘Kackschuhe’ nennen: Ein Paar robuste Schuhe, das Dreck vertragen kann und nie geputzt wird, weil sich das nicht lohnt, wenn man ständig draußen ist. Sobald man nämlich die asphaltierten Wege verlässt und über die Zauntritte in schafmäßiges Deichgebiet vordringt, liegen überall Schafsköttel, aber wirklich überall – und in allen Formen (frisch, getrocknet, fast versteinert). Natürlich kann man auf dem Deich auch in Sandalen, Schlappen oder normalen Halbschuhen laufen (wir haben auch schon Stöckelschuhe gesehen), aber dann muss man ständig nach unten gucken, um die Köttel nicht zu treffen. Wesentlich sorgenfreier und blickmäßig schöner (Devise: Landschaft statt Köttel) lebt es sich mit und in Kackschuhen.

Unsere stehen direkt hinter der Hintertür und kommen immer dann zum Einsatz, wenn wir raus gehen. Mit diesen Schuhen sind Köttel ganz egal; kommt es ganz dicke (im wahrsten Sinne des Wortes) müssen die Schuhe bis zum nächsten Einsatz aus Geruchsgründen draußen oder im Schuppen bleiben, aber zur Zeit dürfen sie mit rein. Selbst bei 35 Grad und kurzen Hosen sind Kackschuhe sinnig (wenn auch zugegebenermaßen nicht wirklich hübsch) – Schafsverdauung funktioniert nämlich auch bei Hitze.

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