Lieblingsweißbrot

Veröffentlicht am 9. Juni 2013

Heute ändere ich mal das Motto dieses Blogs: Aus 'Bloggen hinterm Deich' wird 'Backen hinterm Deich'.

Seit wir umgezogen sind, habe ich meine Leidenschafts fürs Kochen und Backen wieder neu entdeckt; dank eines schief stehenden und ungleichmäßig backenden Herdes in unserem alten Zuhause war sie mir ziemlich verloren gegangen. Hier nun habe ich zwar keinen Luxusherd, aber einen soliden und vor allem grade stehenden Herd mit Ceranfeld und einem Ober-/Unterhitzebackofen – für meine Vorhaben absolut ausreichend.

Ich backe sehr gerne Brot, allerdings in Handarbeit, nicht mit einem Brotbackautomaten und auch nicht mit Brotbackmischungen, sondern ganz altmodisch.

Heute war Weißbrotbacktag. Wenn man dieses Brot einmal gegessen hat, rührt man Toast- und Weißbrote aus dem Supermarkt nicht mehr an. Ich liebe dieses Brot auch deshalb, weil man es mit ganz einfachen Mitteln und ein bisschen Phantasie wunderbar abwandeln kann. Auf dem ersten Bild seht Ihr das Weißbrot und angeschnitten die Variante 'Rosinenbrot'.

Ein Klick auf die Bilder öffnet sie in groß

Los geht’s; hier kommt das Rezept:

Lieblingsweißbrot

500 – 550 g Mehl
40 g Zucker
20 g Salz
30 g Olivenöl
1 Würfel frische Hefe
300 ml lauwarme Milch

500 g Mehl und alle übrigen Zutaten in eine Schüssel geben und zunächst mit den Knethaken des Mixers ansatzweise verkneten. Der Mixer macht das nicht lange mit; wenn Ihr an dem Punkt seit, alles aus der Schüssel auf eine saubere und leicht eingemehlte Arbeitsplatte kippen und in Handarbeit einen glatten und geschmeidigen Teig kneten, der nicht mehr klebt. Das dauert durchaus zehn bis 15 Minuten. Wenn der Teig klebt, gebt Ihr noch etwas Mehl dazu.

Ist der Teig schön glatt und nicht mehr klebrig, mehlt Ihr eine Schüssel aus, legt den Teig hinein und bedeckt die Schüssel mit einem Küchentuch. Das Ganze stellt Ihr auf den Rost auf der untersten Schiene in den Backofen, stellt den Backofen auf ca. 25 Grad (ich drehe den Temperaturschalter so lange, bis das Heizlicht angeht) und klemmt einen Holzlöffel in die Backofentüre, so dass sie ein bisschen offen steht. ACHTUNG: Achtet darauf, dass das Tuch weder den Boden des Backofens berührt noch die Decke! Den Teig lasst Ihr so 45 Minuten gehen.

Ist die Zeit um, holt Ihr den Teig aus dem Backofen und aus der Schüssel und knetet ihn nochmal gründlich durch. Ihr legt eine ca. 35 cm lange Kastenform mit Backpapier aus, macht aus dem Teig eine in der Länge passende Wurst, legt diese in die Kastenform und drückt den Teig ein bisschen an. Dann schneidet Ihr mit einem scharfen Messer den Teig auf der Oberseite (wo auch sonst) ca. einen Zentimeter tief ein. Das ist backtechnisch vollkommen sinnfrei, sieht aber optisch beim fertigen Brot schöner aus.

Die Kastenform deckt Ihr mit dem Tuch ab und stellt das ganze wieder in den ca. 25 Grad warmen Backofen, wobei Ihr wieder den Holzlöffel in die Türe klemmt und darauf achtet, dass das Brot nicht an den Backofenboden oder die Backofendecke kommt. Ihr lasst das Ganze nochmal 45 Minuten gehen.

Ihr entfernt das Tuch und den Holzlöffel, schließt die Backofentüre komplett und heizt den Backofen hoch. Ich stelle meinen Ober-/Unterhitzebackofen auf 175 Grad und lasse das Brot 45 Minuten backen; Temperatur und Backdauer variieren allerdings von Backofen zu Backofen – da müsst Ihr ein bisschen ausprobieren. Ob das Brot fertig ist, überprüft Ihr, indem Ihr das Brot aus der Form holt (durch das Backpapier geht das ganz einfach), es umdreht und mit einem Fingerknöchel auf die Brotunterseite klopft. Hört sich das hohl an, ist das Brot fertig. Ansonsten packt Ihr es wieder samt Backpapier in die Kastenform und lasst es noch etwas nachbacken.

Ist das Brot fertig, lasst Ihr es auf einem Gitterrost abkühlen. Frisch lässt es sich sehr schlecht schneiden; nach acht bis zehn Stunden wird das aber deutlich besser.

Das Brot schmeckt auch getoastet ganz wunderbar.

Variationsbeispiele

Rosinenbrot

Die Zuckermenge um 20 g auf 60 g erhöhen, die Salzmenge auf 5 g halbieren. 100 g Rosinen und ein Tütchen Zitronenschale in die Milch geben und beides zusammen auf lauwarme Temperatur bringen. Zubereiten und Backen wie oben beschrieben.

Speck-/Zwiebelbrot

Eine Zwiebel fein schneiden und andünsten, abkühlen lassen. 100 g durchwachsenen Speck auslassen und ebenfalls abkühlen lassen. Die Zuckermenge im Brot um 10 g auf 30 g reduzieren, die Salzmenge auf 15 g erhöhen. Zubereiten und Backen wie oben beschrieben.

Kürbiskern-/Sonnenblumenkernbrot

100 -150 g Kürbis- oder Sonnenblumenkerne in einer trockenen Pfanne anrösten und abkühlen lassen. Unter den Teig mischen und das Brot wie oben beschrieben zubereiten und backen.