Persönliches

Inzwischen passiert es öfters, dass ich von Menschen, die in Ditzum Urlaub machen (möchten), gefragt werde, ob man mich bzw. uns treffen und kennenlernen kann. Bitte seid mir nicht böse, aber das geht nicht und wir möchten das auch nicht. Wir leben sehr zurückgezogen und legen viel Wert darauf, dass das auch so bleibt. Abgesehen davon, dass wir beide sehr zurückhaltend sind, hat das auch einen gesundheitlichen Grund.

Ich habe drei Hirntumore hinter mir, zum Glück gutartige. Alle drei sind operiert worden, 1988, 1989 und 1998. Die beiden ersten Operationen waren sehr unproblematisch, die dritte hat mich dann ziemlich aus dem Leben genommen. Seitdem brauche ich einen Haufen Medikamente, bin ich nicht mehr belastbar, habe manchmal Konzentrationsprobleme und baue bei zu vielen optischen oder akustischen Reizen ganz schnell völlig ab. Deshalb sind für mich eine vertraute Umgebung, ganz viel Ruhe und ein sehr gleichmäßiges Leben extrem wichtig.

Bei mehr als drei Menschen um mich herum schaltet mein Gehirn ab; es ist dann so, als ob die Verbindung von Ohren und Augen zum Gehirn abgerissen ist und ich bin völlig überfordert. Selbst Besuch bekommen ist für mich ein Problem und telefonieren eine Katastrophe, weil ich da sofort reagieren muss, was mir oft sehr schwer fällt. Das ist der Grund, warum wir nirgendwo hingehen, an nichts teilnehmen und um mehrere Menschen immer einen Bogen machen: Es geht einfach nicht anders.

Ich liebe das Leben, mit allen Einschränkungen. Ich finde immer, dass man nicht dem nachtrauern darf, was man nicht mehr kann, sondern sich an dem freuen soll, was man kann. Ich habe das Glück, an einem Ort zu leben, der mir all die Ruhe und Gleichmäßigkeit ermöglicht, die ich brauche, mit einem Menschen, der mich liebt und immer für mich da ist.

Ich bin rundrum glücklich und zufrieden und möchte mit nichts und niemandem tauschen. Meine Krankheit hat mich dahin geführt, wo ich heute bin; ich möchte nicht so weit gehen zu behaupten, dass ich deshalb froh bin, sie zu haben – das wäre einfach nicht wahr. Aber sie hat mein Leben auf einen Weg gebracht, der sich als wunderschön heraus gestellt hat. Aber eben nur, wenn ich wirklich nach meinen Bedürfnissen leben kann. Und die schließen persönliche Kontakte weitestgehend aus.

Ich hoffe, Ihr könnt deshalb mein Ablehnen von jedwedem Treffen verstehen und akzeptieren; ich wäre Euch sehr dankbar dafür. Wenn Ihr mich draußen irgendwo seht, könnt Ihr mich natürlich ansprechen, aber eben nicht mehr.